Zukunftsthema Hochwassersicherheit

TFW beim 20. Talsperrensymposium in Düsseldorf-Neuss

Vortrag von Detlef Hogh zum HRB Straußfurt.
Vortrag von Detlef Hogh zum HRB Straußfurt. Foto: TFW/Barthel

Mit einem Praxisbericht zur Erweiterung ihres technischen Hochwasserschutzes war die TFW beim diesjährigen Talsperrensymposium in Düsseldorf-Neuss vertreten. Im 20. Jubiläumsjahr der Fachkonferenz des Deutschen TalsperrenKomitees stand die Versorgungs- und Hochwassersicherheit von Stauanlagen im Mittelpunkt.  Am Beispiel der Erweiterung und Instandsetzung des Hochwasserrückhaltebeckens (HRB) Straußfurt gab Detlef Hogh, Fachingenieur Stauanlagen bei der Thüringer Fernwasserversorgung (TFW), dem Fachpublikum Einblicke in die Planungen eines wasserbaulichen Großprojekts mit überregionaler Bedeutung. Das Vorhaben steht exemplarisch für die erhöhten Sicherheitsanforderungen an Stauanlagen im Spannungsfeld der Anforderungen von Klimawandel, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Als wesentlichem Baustein des technischen Hochwasserschutzes in Mitteldeutschland kommt dem Hochwasserrückhaltebecken Straußfurt eine besondere Bedeutung zu. Bereits in den Hochwasserjahren 2003 und 2013, sowie zuletzt beim Weihnachtshochwasser 2023 verhinderte das HRB ein Zusammentreffen der Hochwasserscheitel von Unstrut und Helme und leistete so einen entscheidenden Beitrag zum Hochwasserschutz der unterliegenden Ortschaften. Um auch den sich verändernden künftigen Anforderungen an die Hochwassersicherheit gerecht zu werden, ist eine Kapazitätserweiterung des Beckens in den kommenden Jahren geplant. Die Maßnahmen sehen eine Stauraumerweiterung um 10 Mio. Kubikmeter auf insgesamt 28 Mio. Kubikmeter vor. Grundlage für das Vorhaben ist das Hochwasserschutzkonzept der Unstrut, den Rahmen bildet das Nationale Hochwasserschutzprogramm. Im Zuge der Baumaßnahme werden die bestehenden Dammbauwerke angepasst und neue Schutzdämme und Schöpfwerke errichtet.

Die TFW präsentiert sich als Aussteller auf dem 20. Talsperrensymposium
Die TFW präsentiert sich als Aussteller auf dem 20. Talsperrensymposium. Foto: TFW/Barthel

Neben wasserbaulichen Anforderungen wie der Gewährleistung des Hochwasserschutzes während der gesamten Bauzeit sind dabei vor allem auch naturschutzfachliche Erfordernisse zu beachten. Um beispielsweise die Brutzeiten der örtlichen Avifauna nicht zu stören, sind während der Bauausführung naturschutzfachliche Schonzeiten und Ruhebereiche vorgesehen.

Für die Durchführung der Maßnahme setze man zudem auf einen ressourcenschonenden Einsatz von Baustoffen, erklärt Detlef Hogh. „Wir nutzen, wo möglich, den Bauwerksbestand weiter, planen Ersatzneubauten mit weniger Beton und führen planungsbegleitend umfangreiche hydraulische Untersuchungen an der TU Dresden zur Optimierung der geplanten Maßnahmen durch.“ Das Projekt wurde Ende 2024 der genehmigenden Behörde zur Planfeststellung eingereicht.

Mehr Informationen zur Erweiterung und Instandsetzung des HRB Straußfurt finden Sie in der aktuellen Ausgabe der "WasserWirtschaft":

Quelle: Der Beitrag ist erschienen in WasserWirtschaft 115 (2025) Heft 2-3, S. 66-69 Online abrufbar unter:  https://www.springerprofessional.de/link/50766730

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